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Erzgebirge

Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Sehenswert

Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge: Fichtelberg, Augustusburg und Seiffen

Das Erzgebirge belohnt Umwege. Kombinierst du die kurvigen Verbindungsstraßen mit gezielten Stopps, bekommst du eine Tour aus Fahrspaß und Kultur. Die folgenden Ziele lassen sich gut in Tagesrunden einbinden und haben Stellflächen, auf denen auch mehrere Maschinen Platz finden.

Fichtelberg und Kurort Oberwiesenthal: Der Fichtelberg ist mit 1.215 Metern der höchste Berg Sachsens und das natürliche Zentrum des oberen Erzgebirges. Von Oberwiesenthal hinauf führt die älteste Luftseilbahn Deutschlands, die Fichtelberg-Schwebebahn, die seit Dezember 1924 in Betrieb ist und auf einer Länge von 1.175 Metern rund 303 Höhenmeter überwindet. Mit dem Motorrad bis Oberwiesenthal und dann der Schwebebahn hinauf sparst du dir die Parkplatzsuche am Gipfel und genießt vom Plateau aus den weiten Blick über die Kammlagen. Oberwiesenthal selbst ist ein klassischer Ausgangspunkt für Touren und bietet Parkflächen an mehreren Stellen im Ort.

Schloss Augustusburg: Hoch über dem Zschopautal am Nordrand des Erzgebirges thront das Schloss Augustusburg, von Kurfürst August von Sachsen vor über 450 Jahren als Jagd- und Lustschloss errichtet und wegen seiner Lage „Krone des Erzgebirges" genannt. Für Motorradfahrer ist das Schloss ein besonderer Magnet, denn es beherbergt ein bedeutendes Motorradmuseum: Auf rund 1.200 Quadratmetern zeichnen die Exponate die technische Entwicklung des Motorrads von den Anfängen bis heute nach, unter anderem mit Maschinen der regionalen Hersteller DKW, Auto Union und MZ. Das Schloss ist über kurvige Auffahrten gut erreichbar; oberhalb stehen Stellflächen zur Verfügung, und der Ort ist ein etablierter Bikertreff.

Seiffen, das Spielzeugdorf: Der Kurort Seiffen ist weltbekannt für sein erzgebirgisches Holzkunsthandwerk. Nussknacker, Räuchermännchen, Pyramiden und die berühmten Reifentier-Figuren entstehen hier in Manufakturen und Schauwerkstätten. Seiffen liegt landschaftlich reizvoll in einer Talmulde und ist über kurvige Zufahrten aus Richtung Olbernhau und Neuhausen erreichbar; die Museen des Ortes sind ein eigenes Regentag-Kapitel.

Schwartenberg bei Neuhausen: Der Schwartenberg zwischen Neuhausen und Seiffen erreicht 789 Meter und bietet vom Gipfelplateau einen weiten Rundblick über das mittlere und östliche Erzgebirge. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis nach Freiberg und Augustusburg. Oben lädt die Schwartenbergbaude zur Einkehr ein; die Anfahrt über die Höhenstraßen ist ein lohnender Abstecher von der Route Seiffen–Neuhausen.

Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf: Die Greifensteine sind eine markante Granitfelsgruppe zwischen Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum. Sieben Felsen ragen hier auf 732 Metern auf und bilden den höchsten Punkt der Umgebung. In die Felsformation ist eine Naturbühne integriert, die bis zu 1.200 Besucher fasst. Vom Gipfel eines der Felsen öffnet sich ein Panorama, das nach Süden bis zum Fichtelberg, nach Westen zum Auersberg und nach Osten zum Pöhlberg bei Annaberg-Buchholz reicht. Ein Parkplatz am Fuße des Areals macht die Felsgruppe zu einem bequemen Tour-Stopp.

Kultur & Sagen

Vom Berggeist bis zum Bergmännchen: Sagen des Erzgebirges

Wo über Jahrhunderte unter Tage nach Silber, Zinn und Kobalt gegraben wurde, ist ein eigener Sagenschatz entstanden. Die erzgebirgischen Sagen stammen vor allem aus den Bergbauzentren des 16. und 17. Jahrhunderts und erzählen von der Arbeits- und Lebenswelt der Bergleute. Auf der Runde durch die alten Bergstädte fährst du durch die Landschaft, in der diese Geschichten spielen.

Die bekannteste Gestalt ist der Berggeist. Der Sage nach wird er im Erzgebirge mit einem ungewöhnlich großen Kopf und kräftigem Oberkörper, aber kurzen Beinen vorgestellt. Mal erscheint er als einsamer Herr der Tiefe, mal als alter, kleiner Mann in Bergmannskleidung. Den Überlieferungen zufolge belohnt der Berggeist Fleiß und Ehrlichkeit, während er Habgier und Wortbruch bestraft — eine Moral, die das harte Leben der Bergleute spiegelt, in dem Verlässlichkeit unter Tage über Leben und Tod entscheiden konnte.

Neben dem Berggeist kennen die Sagen die Bergmännchen, gutmütige Geister in Zwergengestalt, die der Überlieferung nach nur wenige Spannen groß sind und je nach Gegend Bergmännlein, Kobolde oder Guttel heißen. Sie sollen den Bergleuten ergiebige Erzgänge gezeigt oder vor einstürzenden Stollen gewarnt haben — wer ihnen mit Respekt begegnete, durfte auf ihren Beistand hoffen.

Eine eigene Sagengruppe rankt sich um die Venetianer, auch Walen genannt. Der Sage nach kamen diese geheimnisvollen Fremden aus dem Süden in das Gebirge, um nach Edelsteinen und seltenen Erzen zu suchen, die sie an Stellen erkannten, die den Einheimischen verborgen blieben. In den Erzählungen verbergen sie ihr Wissen in rätselhaften „Walenbüchern", und mancher Schatz soll bis heute unentdeckt im Berg liegen. Diese Geschichten erklärten den Menschen, warum mancher Fremde Reichtum aus den Bergen zog, wo die Anwohner nur Stein sahen.

Dazu treten Sagen über die Entstehung und den Niedergang einzelner Gruben, über Wassergeister in den überfluteten Schächten und über Tiere, die Verirrte den richtigen Weg führten. Im Erzgebirge nimmst du diese Erzählungen am besten als das, was sie sind: überlieferte Volksdichtung, die das Lebensgefühl einer ganzen Bergbaukultur bewahrt hat. An vielen Besucherbergwerken werden die Sagen heute noch erzählt — ein guter Anlass, die Maschine abzustellen und unter Tage zu steigen.

Bergbau & Welterbe

Bergbau & Welterbe: lohnende Stopps für Regentage

Wenn die Kammlagen im Nebel verschwinden oder Regen den Asphalt nass hält, verlegt man das Programm unter Tage. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wurde im Juli 2019 vom Welterbekomitee als UNESCO-Welterbe anerkannt und umfasst 22 Bestandteile — 17 auf sächsischer und fünf auf tschechischer Seite. Sie steht für über 800 Jahre Bergbaugeschichte und gehört zu den wenigen Welterbestätten, die sich über das Gebiet mehrerer Staaten erstrecken. In den Besucherbergwerken spielt das Wetter über Tage keine Rolle mehr.

Markus-Röhling-Stolln in Annaberg-Buchholz: Im Ortsteil Frohnau von Annaberg-Buchholz liegt das Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stolln, ein eindrucksvolles Zeugnis mehrerer Bergbau-Epochen und Teil des Welterbes. Nach einer etwa 600 Meter langen Fahrt mit der Grubenbahn erkunden Besucher die Untertagewelt mit Führung und erleben 500 Jahre Geschichte vom Silber- und Kobaltbergbau bis zum Uranbergbau. Das Besucherbergwerk wurde im Juli 1994 eröffnet und feierte am 11. Februar 2026 seinen einmillionsten Besucher.

Silberbergwerk „Reiche Zeche" in Freiberg: Das Freiberger Silberbergwerk mit der Reichen Zeche gehört zu den größten und ältesten Sachsens und ist ein UNESCO-Welterbeobjekt der Montanregion. Von der Reichen Zeche aus lässt sich das untertägige Streckensystem in geführten Touren erkunden, die je nach Programm zwischen zwei und sechs Stunden dauern. Das Bergwerk liegt am Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg. Freiberg selbst, die alte Silberstadt, ist ein lohnendes Ziel an der historischen Silberstraße und mit seinem Dom ein kulturelles Schwergewicht der Region.

Molchner Stolln in Pobershau: Im Marienberger Ortsteil Pobershau liegt der Molchner Stolln, ein ehemaliges Silber- und Zinnbergwerk, das seit den 1930er Jahren als Schaubergwerk dient. Nach umfangreichen Sanierungen wurde es am 3. August 2021 wieder in Betrieb genommen. Im Inneren wird unter anderem die Technik einer funktionierenden Wasserhebeanlage gezeigt, die in dieser Form in Sachsen einmalig ist. Der Stolln ist ein guter Stopp auf Touren durch das mittlere Erzgebirge rund um Marienberg.

Spielzeug- und Weihnachtskultur in Seiffen: Auch wer keine Lust auf Bergwerk hat, findet überdachte Ziele. Das Erzgebirgische Spielzeugmuseum in Seiffen vermittelt auf drei Etagen mit rund 5.000 Exponaten die Geschichte des Spielzeugs und der Weihnachtstraditionen. Ganz in der Nähe zeigt das Erzgebirgische Freilichtmuseum Seiffen, 1973 eröffnet, historische Gebäude und Werkstätten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts; Herzstück ist die original erhaltene Preißler'sche Drehwerkstatt mit Wasserkraftantrieb. Eine Besonderheit ist das weltweit einzigartige Reifendrehen, bei dem aus einem Holzring ganze Tierfiguren herausgedreht werden.

Sehenswert

Wälder, Talsperren und Naturstopps in den Kammlagen

Das Erzgebirge ist Mittelgebirge im klassischen Sinne: weite Wälder, offene Kammlagen, Hochmoore und stille Talsperren prägen das Bild. Für Motorradfahrer ergibt das ein dichtes Netz an Pausenplätzen, an denen die Landschaft direkt am Straßenrand beginnt.

Der Fichtelberg ist im Sommer vor allem eines: das kühlste Ziel der Region. Während in den Tälern die Hitze steht, liegen die Jahresmitteltemperaturen hier oben zwischen rund 2,8 und 4,0 Grad, und vom Gipfelplateau reicht der Blick an klaren Tagen tief nach Böhmen hinein.

Moore und Bergwiesen: Dieselbe Feuchtigkeit, die dem Gebirge seine langen Winter beschert, speist die Hochmoore, die über die Kammlagen verstreut liegen und eine eigene, karge Pflanzenwelt beherbergen. Zwischen ihnen liegen offene Bergwiesen – die Stellen, an denen der Blick über den Kamm überhaupt frei wird.

Talsperren als Pausenplätze: Zu den Sperren des Erzgebirges führen durchweg kurvige Zufahrten über die Hänge, der Weg dorthin gehört also schon zur Strecke. Ob man am Wasser auch anhalten kann, entscheidet der Typ der Sperre: An den Trinkwassertalsperren sind Ufer und Zufahrten weitgehend gesperrt, an den Erholungstalsperren gibt es Uferzugang, Gastronomie und Parkflächen. Wer eine Pause am See fest einplant, klärt das vorher – sonst steht man vor einem Schutzzonenschild statt an einer Bank.

Die Kammlinie und ihre Sättel

Bei der ersten Planung auf der Karte sucht man im Erzgebirge meist nach der einen durchgehenden Straße oben auf dem Rücken. Die gibt es nicht. Der Kamm trägt einen Fernwanderweg, den Kammweg, aber kein zusammenhängendes Asphaltband. Für Motorradfahrer besteht die Achse aus einer Kette von Sätteln: Stellen, an denen eine Straße von sächsischer Seite die Höhe erreicht, die Grenze quert und auf böhmischer Seite wieder abfällt. Zwischen diesen Punkten führt der Weg nicht am Kamm entlang, sondern ein Stück parallel darunter, oft ein paar Kilometer im Wald, bevor es wieder hinauf geht.

Genau daraus entsteht das typische Erzgebirgs-Tagespensum: hinauf, quer, hinunter, wieder hinauf. Von Ost nach West liegen die Übergänge bei Zinnwald und Cínovec, bei Deutschgeorgenthal und Deutscheinsiedel im Raum Seiffen, bei Deutschneudorf, weiter westlich am Sattel oberhalb von Reitzenhain, bei Bärenstein gegenüber Vejprty, oberhalb von Oberwiesenthal nach Boží Dar und schließlich bei Johanngeorgenstadt. Zwei benachbarte Sättel kombiniert, die böhmische Seite als Rückweg genutzt: Das ergibt eine geschlossene Runde ohne einen Meter Wiederholung.

Die böhmische Seite lohnt den Wechsel, weil sich dort die Bezugsgrößen ändern. Boží Dar ist die höchstgelegene Stadt Tschechiens, die Orte auf dem Rücken liegen weit auseinander, und wo der Südhang endet, beginnt unmittelbar das nordböhmische Becken mit seinen Braunkohle-Landschaften. Zwischen Kammhöhe und Beckenboden liegt ein Höhenunterschied, den man auf wenigen Kilometern abfährt. Jáchymov im Süden, das alte Joachimsthal, ist der Ort, dem die Münzeinheit Taler ihren Namen verdankt und der später zum Uranrevier wurde. Der Sprachwechsel an der Grenze ist unmittelbar spürbar, die Straßenqualität schwankt stärker als auf sächsischer Seite, und der Verkehr wird spürbar dünner.

Kerbtäler als Zufahrten von Norden

Von der sächsischen Seite erschließt sich das Gebirge über seine Flüsse. Sie haben sich von Norden her tief in die abfallenden Rücken gesägt, und in fast jedem dieser Einschnitte liegt heute eine Straße. Die Zschopau, die Flöha, das Schwarzwasser, die Preßnitz, die beiden Mulden im Westen sowie Müglitz, Weißeritz und Gottleuba im Osten bilden zusammen ein Kammsystem an Zufahrten, das den Aufstieg auf mehrere Dutzend Varianten verteilt.

Fahrerisch sind diese Täler das Gegenstück zu den Höhen. Sie verlaufen eng, häufig schattig, mit Felswänden auf der einen und dem Wasser auf der anderen Seite. Die Talsohle teilt sich die Straße oft mit einer Bahnlinie, was die Trassenführung zusätzlich einschnürt. Ortsdurchfahrten reihen sich dicht, weil die alten Hammerwerke, Mühlen und Fabriken das Wasser brauchten und deshalb genau hier gebaut wurden. Als reine Verbindungsstrecke abgehakt, sind diese Abschnitte verschenkt; mit angepasstem Tempo genommen, ergeben sie die geschlossenste Kurvenfolge der Region.

Zwei Talzüge im Osten haben eine eigene Geschichte: Müglitztal und Weißeritztal wurden beim Hochwasser 2002 schwer zerstört, Straßen und Bahnstrecken mussten in Teilen neu trassiert werden. Man sieht es an Stützmauern, Brücken und Uferverbauungen, die deutlich jünger wirken als der Rest der Infrastruktur.

Wasserwirtschaft im Talschluss

Am oberen Ende vieler dieser Täler steht eine Staumauer. Die hohe Niederschlagsmenge, die schmalen Kerben und der Bedarf der sächsischen Ballungsräume haben das Erzgebirge zu einer der talsperrenreichsten Gegenden Deutschlands gemacht. Für die Streckenplanung sind dabei zwei Kategorien zu unterscheiden.

  • Trinkwassertalsperren wie Klingenberg und Lehnmühle im Osterzgebirge, Neunzehnhain, Sosa oder Carlsfeld liegen in ausgewiesenen Schutzzonen. Baden und Bootfahren sind dort ausgeschlossen, Zufahrten und Uferwege teilweise gesperrt. Die Straßen führen meist an den Sperrbereichen vorbei, nicht hinein.
  • Erholungstalsperren wie Malter bei Dippoldiswalde sind auf Besucher eingerichtet, mit Uferzugang, Gastronomie und regulären Parkflächen.

Über einige Staumauern und Vorsperren führen öffentliche Straßen, die eine sonst nötige Talumfahrung ersparen und dabei den einzigen freien Blick auf einer sonst durchgehend bewaldeten Etappe bieten. Auf böhmischer Seite liegt mit Přísečnice ein Stausee, für den in den 1970er Jahren ein ganzer Ort geräumt und geflutet wurde.

Westerzgebirge und Osterzgebirge im Vergleich

Die beiden Enden des Gebirges fahren sich unterschiedlich genug, dass die Entscheidung, wo das Quartier steht, die ganze Woche prägt.

Das Westerzgebirge um Aue, Schwarzenberg, Eibenstock, Johanngeorgenstadt und den Auersberg ist der geschlossenere, waldreichere Teil. Die Täler sind enger, die Nadelforsten großflächiger, die Siedlungsdichte auf den Höhen geringer. Prägend ist hier zusätzlich das Erbe des Uranbergbaus: Die Wismut prägte nach 1945 den Raum Aue, Schlema und Johanngeorgenstadt, ganze Ortsbilder und Haldenlandschaften gehen darauf zurück, und die Sanierung dieser Flächen läuft bis heute. Nach Süden und Westen geht der Landstrich fließend ins Vogtland über, was Runden über die Regionsgrenze hinaus nahelegt.

Das Osterzgebirge um Altenberg, Geising, Zinnwald, Lauenstein, Frauenstein und Glashütte ist offener. Die Rücken sind breiter, dazwischen liegen Hochflächen mit Bergwiesen statt durchgehendem Wald, und die Fernsicht ist über weite Strecken frei. Der Zinnbergbau hat hier andere Spuren hinterlassen als der Silberbergbau weiter westlich, sichtbar vor allem an der Altenberger Pinge, dem gewaltigen Einsturztrichter mitten am Ortsrand. Glashütte lebt bis heute von der Feinmechanik und dem Uhrenbau, Frauenstein vom Erbe des Orgelbauers Gottfried Silbermann. Der entscheidende praktische Unterschied ist die Nähe zu Dresden: Das Osterzgebirge ist Naherholungsgebiet einer Großstadt, entsprechend voller sind die Hauptachsen an sonnigen Wochenenden. Im Westen bleibt man auch samstags meist allein.

Ziele im Berg statt auf dem Berg

Der Bergbau hat hier nicht nur Städte hinterlassen, sondern begehbare Ziele, die sich gut als Mittelpunkt einer Tagesrunde eignen. Sie sind wetterunabhängig und liegen fast immer an Straßen, die man ohnehin fahren würde.

  • Zinngrube Ehrenfriedersdorf – Besucherbergwerk und Museum zum Zinnbergbau im mittleren Erzgebirge.
  • Zinnkammern Pöhla bei Schwarzenberg – Einfahrt mit der Grubenbahn in ausgedehnte Abbauhohlräume im Westerzgebirge.
  • Bergbaumuseum Altenberg mit erhaltener Pochwäsche, unmittelbar an der Pinge.
  • Frisch Glück in Johanngeorgenstadt – Schaubergwerk am Nordwestrand des Kamms.
  • Bergbaumuseum Oelsnitz im Erzgebirgsbecken – Steinkohle statt Erz, mit erhaltener Schachtanlage über Tage.
  • Auf böhmischer Seite gehören unter anderem Krupka und Jáchymov zu den Welterbe-Bestandteilen und lassen sich in Kammrunden einbinden.

Ebenso prägend, aber weniger offensichtlich, ist die Wasserwirtschaft des historischen Bergbaus. Das Freiberger Revier zieht bis heute Aufschlagwasser über ein System aus Kunstgräben und Röschen heran, das über Jahrhunderte gebaut wurde und dessen Teile ebenfalls zum Welterbe zählen. Im Raum zwischen Freiberg und Kammhöhe kreuzt du diese Gräben mehrfach, meist ohne es zu bemerken.

Ein praktischer Hinweis für Besucherbergwerke: Unter Tage herrscht ganzjährig eine niedrige, gleichbleibende Temperatur bei hoher Luftfeuchte. Kommst du im Sommer in Sommerkombi an, brauchst du eine warme Lage zusätzlich, und Motorradstiefel sind auf nassem Stollenboden brauchbarer als jedes Wechselschuhwerk.

Sachsenring: Rennstrecke am Nordrand

Nordwestlich des Gebirges, bei Hohenstein-Ernstthal, liegt mit dem Sachsenring der wichtigste Motorsportort Sachsens. Rennen gibt es dort seit den 1920er Jahren, damals auf einem Straßenkurs, der über öffentliche Straßen durch und um die Stadt führte. Teile dieser alten Runde sind heute ganz normale Ortsstraßen und lassen sich im Vorbeifahren abfahren. Die permanente Rennstrecke daneben ist seit Ende der 1990er Jahre Austragungsort des deutschen Motorrad-Grand-Prix.

Für die Tourenplanung ist der Ring aus zwei Gründen relevant. Erstens liegt er nah genug am Nordrand, dass er sich als Ziel eines Anreise- oder Abreisetages einbauen lässt, ohne den Gebirgsteil der Reise zu beschneiden. Zweitens verändert das Grand-Prix-Wochenende die halbe Region: Anfahrtsachsen, Parkflächen und Quartiere im Umkreis sind dann ausgebucht oder überlastet, und der Verkehr strahlt bis in die Bergstädte aus. Wer im Erzgebirge Ruhe sucht, prüft den Renntermin vorher und legt die Woche darum herum.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Motorrad auf der Gipfelstraße vor dem Fichtelberghaus mit Aussichtsturm

Fichtelberg über Kurort Oberwiesenthal

Höchster Berg Sachsens mit weitem Gipfelplateau, Wetterwarte und Blick über den Kamm bis zum benachbarten Keilberg. Von der Stadt hinauf fährt die älteste Seilschwebebahn Deutschlands.

Anfahrt
Am Ende der B95 hinauf bis Kurort Oberwiesenthal, der mit 914 m höchstgelegenen Stadt Deutschlands.
Motorrad-Parken
Parkplätze in Oberwiesenthal, unter anderem an der Talstation der Schwebebahn; auf den Gipfel per Schwebebahn oder zu Fuß.
Öffnungszeiten
Gipfel frei zugänglich; Fichtelberg-Schwebebahn kostenpflichtig, Betrieb saisonal.
Höhe/Aussicht
1215 m ü. NN – höchster Berg Sachsens.

Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf

Gruppe bizarrer Granitfelsen mit begehbarem Aussichtsfelsen; von oben Blick über den Greifenbachstauweiher und die Erzgebirgskämme. Am Fuß liegt eine historische Naturbühne.

Anfahrt
Über die B95 bis Ehrenfriedersdorf, dann hinauf zu den Greifensteinen zwischen Geyer und Ehrenfriedersdorf.
Motorrad-Parken
Großer Parkplatz an den Greifensteinen beim Berghotel und Kletterwald.
Öffnungszeiten
Felsen und Gelände frei zugänglich; Naturbühne nur zu Veranstaltungen.
Höhe/Aussicht
Aussichtsfelsen rund 32 m; Felsgruppe bis etwa 732 m ü. NN.

Talsperre Eibenstock

Sachsens größte Trinkwassertalsperre; die seit 2014 begehbare Staumauer bietet weiten Blick über die Wasserfläche und ins Muldental. Ein reiner Foto-Stopp – als Trinkwasserspeicher ist Baden tabu.

Anfahrt
Bei Eibenstock im Westerzgebirge nahe der B283; die Staumauer liegt im Ortsteil Neidhardtsthal.
Motorrad-Parken
Parkplatz in Neidhardtsthal, zur Staumauer dann zu Fuß.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich; Staumauer begehbar.
Höhe/Aussicht
Staumauer rund 65 m hoch und gut 300 m lang; Aussichtspunkt oberhalb der Mauer.

Frohnauer Hammer, Annaberg-Buchholz

Historisches Hammerwerk mit erhaltener Technik, Bestandteil des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge und eines der ältesten technischen Denkmale Sachsens. Kompakter Kulturstopp zum Bergbauerbe der Region.

Anfahrt
Über die B95 nach Annaberg-Buchholz, Ortsteil Frohnau.
Motorrad-Parken
Besucherparkplatz am Museum in Frohnau.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 9–17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr.

Schloss Augustusburg mit Motorradmuseum

Renaissance-Jagdschloss hoch über dem Zschopautal, die "Krone des Erzgebirges". Das Motorradmuseum zeigt eine der bedeutendsten Zweiradsammlungen Europas – rund 175 Exponate auf 1200 m² samt Erbe der Zschopauer Marken DKW, Auto Union und MZ.

Anfahrt
Von Zschopau an der B174 über die Serpentinenstraße hinauf in die Stadt Augustusburg.
Motorrad-Parken
Kostenpflichtige Parkplätze auf der Südseite direkt am Schloss.
Öffnungszeiten
April bis Oktober täglich 9:30–18 Uhr; November bis März täglich 10–17 Uhr.

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